Für Klima und Artenvielfalt: Schottergärten haben in der Gemeinde Malente nichts zu suchen

Presseinformation 31/2023
Bürgermeister Heiko Godow weist darauf hin, dass Schottergärten – gern als „modern“, „puristisch“ und „pflegeleicht“ bezeichnet - nicht der Landesbauordnung entsprechen. Die Landesbauordnung Schleswig-Holstein verlangt ausdrücklich, dass nicht überbaute Flächen eines Grundstücks wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen und zu bepflanzen sind (§ 8 Abs. 1 LBO).
Schottergärten sind nicht nur keineswegs pflegeleicht, denn die Natur setzt sich am Ende immer durch. Vögel und Insekten finden in den Kieselflächen keine Nahrung und keinen Unterschlupf – und damit keinen Lebensraum. Die Steine im Schottergarten heizen sich überdies an warmen Sommertagen stark auf. Das ist schlecht für unser Klima. Feinstaub kann nicht gefiltert werden. Dadurch steigt die Staubbelastung. Schottergärten sind teuer in der Anschaffung und pflegeintensiv: Sie werden durch Algen- und Pflanzenbewuchs schnell unansehnlich, was eine regelmäßige Reinigung erfordert.
Wo immer möglich, schließt die Gemeinde Malente Schottergärten bereits im Rahmen ihrer Bebauungspläne zusätzlich aus.
Gut für Klima und Artenvielfalt hingegen sind Beete, Bäume, Sträucher und Rasen.
Tipps für pflegeleichte Flächen:
- Treffen Sie eine kleine Pflanzenauswahl. Das verringert den Pflegeaufwand aufgrund verschiedener Ansprüche. Pflanzen Sie die Gewächse in Gruppen um die Wirkung zu verstärken.
- Wählen Sie Bodendecker anstelle von Rasen.
- Wählen Sie mehrjährige Stauden anstelle von einjährigen.
- Setzen Sie Akzente mit Sträuchern und Gräsern. Sie dienen wunderbar als Unterschlupf für Insekten.
- Achten Sie bei der Pflanzenauswahl auf unterschiedliche Blühzeitpunkte.
- Und für einen minimalen Pflegeaufwand legen Sie doch einfach eine Blumenwiese an!
Blumenwiesen sind hervorragend geeignet, um ehemalige Schottergärten umzugestalten. Blumenwiesen sind ökologisch wertvoll, da sie über einen langen Zeitraum von Mai bis September Nahrung für Nützlinge im Garten bieten.
Ein gutes Beispiel ist der Eingangsbereich der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in der Schweizer Straße in Bad Malente-Gremsmühlen.
Dieser Hinweis sei den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Malente gegeben, um von der Planung und Neuanlage von Schottergärten Abstand zu nehmen.
Außerdem regt Bürgermeister Heiko Godow nachdrücklich an, bestehende Schottergärten zeitnah zurückzubauen, um die natur- und klimaschädlichen Eigenschaften von Schottergärten einzudämmen: „In der weiteren Folge kann und wird es zu Anordnungen von Rückbaumaßnahmen kommen. Wir bedanken uns für das Verständnis und die Einsicht für solche Maßnahmen.“
gez.
H. Godow
Bürgermeister