20.01.2017

Malente 2030 - können Geschichten wahr werden?

 Um die 8 Modellkommunen des ExWoSt-Forschungsprojektes „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ zu besuchen, machten Herr Prof. Dr. Dehne und Herr Dr. Hoffmann von der Fachhochschule Neubrandenburg, auf ihrer Reise durch die halbe Republik dieses Mal zuerst Halt in Malente. Auf dem Programm stand die Durchführung der dritten „Szenariowerkstatt“. Wie bereits in den vorhergehenden nichtöffentlichen Arbeitsgruppen-Veranstaltungen, haben sich auch dieses Mal wieder zahlreiche junge und ältere Malenterinnen und Malenter aus verschiedensten Organisationen als Zukunftsgestalter eingebracht und sich auf den Weg in den Kursaal gemacht.

Während in den letzten Szenario-Arbeitsgruppen noch fleißig Überschriften für mögliche Zukunftsszenarien für unser Malente2030 erarbeitet und gesammelt wurden, gab es daraus nun eine Geschichte zu lesen, wie danach das Bild in der Gemeinde Malente im Jahr 2030 aussieht.

In der Geschichte erzählt eine Frau A., ihrer Freundin aus Kopenhagen, bei einem Rundgang, wie und was sich Malente in den letzten Jahren alles verändert hat. Zum Beispiel ist die alte Bahnstrecke des „Hein Lüttenborg“ jetzt seit 10 Jahren ein Radwanderweg bis Lütjenburg, oder der „neue“ Bahnhof, mit einem Welcome-Center und einer kleinen Manufaktur, ist im völlig neuen Glanz erstrahlt. Auch nicht zu vergessen der Uwe-Seeler-Campus mit dem Zentrum für berufliche Bildung oder der Mehr-Generationen-Wohnpark mit Familienzentrum in der Bahnhofstraße.

Doch was hatte es mit dieser Geschichte überhaupt auf sich? Ziel war es aus den bisher erarbeiten Wunschbildern- bzw. Überschriften über unser Malente 2030 Zukunftsbilder (Szenarien) zu entwerfen und erzählen. Die Teilnehmer sollten anhand der bisher vorliegenden Ergebnisse aus den Szenariowerkstätten, des JugendBarCamps, der begleitenden Bürgerbeteiligung in verschiedenen kleine Gruppen überlegen, ob für sie die Geschichte stimmig ist oder ob wichtige Dinge fehlen oder verändert werden müssten. Nach einiger Zeit der Diskussionen in den Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse dann in großer Runde vorgestellt. Viele waren mit der Geschichte weitestgehend zufrieden, da sie ein Gefühl von Lebensqualität vermittelt hat. Anderen wiederum fehlten Punkte wie die Einbeziehung der Dörfer oder das Thema der Integration. Eine Gruppe schrieb die Geschichte sogar neu und zwar aus verschiedenen Perspektiven. So gab es eine Story aus Sicht eines jungen Menschen der in seine Heimat zurückkehren möchte, ebenso eine Familie die sich für Malente als Lebensort interessiert, ein älteres Ehepaar aus Hamburg, dass sich fern vom Großstadtstress einen ruhigen Ort für den Lebensabend sucht und schließlich die Sicht einer Touristenfamilie. Alle Geschichten zeigten unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort, machten jedoch deutlich, dass mit dem Zukunftsprozess viel bewegt werden kann!

Nach einer Pause und einer kleinen Stärkung begann der zweite Teil der Veranstaltung ähnlich, nur diesmal war die Erzählung in Hinblick auf die Zukunftsentwicklung in der Gemeinde negativ. Am Beispiel des ausbleibenden oder wegbrechenden Tourismus z. B. durch Schließung von Kliniken oder Hotels und Pensionen wurde die Frage aufgeworfen, „Was wäre wenn?“

So sollten Entwicklungsmöglichkeiten gefunden werden, die im ersten Blick vielleicht nicht unbedingt für Malente stehen aber als Alternative dennoch großes Potenzial bieten könnte. In diesem Zusammenhang wurde - nach anfänglich schwerem Einstig in das Thema - beispielsweise über eine Fachhochschule für Pflegedienste, eine Akademie für Künstler oder über alternative Wohnformen diskutiert. Grundlegend waren sich die Teilnehmer jedoch einig – die Gemeinde Malente sollte sich in erster Linie auf ihre vorhandenen Potenziale konzentrieren! Dementsprechend werden diese und weitere Erkenntnisse im fortlaufenden Prozess mit berücksichtigt.

Im Herbst findet dann die nächste Szenariowerkstatt mit dem Forschungsteam um Prof. Dr. Dehne statt. Wer weiß was uns dann erwartet……..

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Prof. Dr. Dehne bittet die AG-Teilnehmer, in kleinen Gruppen Zukunftsbilder bzw. Wunschbilder über Malente im Jahr 2030 zu entwerfen (Szenario)!

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Ein kurzer Blick zurück auf den Verlauf und die Ergebnisse des JugendBarCamps sowie der begleitenden Bürgerbeteiligung im IGEK-Prozess von Bürgermeisterin Tanja Rönck und (von rechts) René Dittrich, Greta Boller, Stephan Kathke (EBP), Birgit Boller.