Bürgerinformationssystem der Gemeinde Malente


Vorlage - VO/20/2019/0120-02  

Betreff: Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432
Untersuchungsgebiet Malente Zentrum und Malente Dieksee
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
VO/20/2019/0120
Federführend:Stabsstelle Gemeindeentwicklung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bau-, Wege-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsangelegenheiten Vorberatung
12.11.2019 
Sitzung des Ausschusses für Bau-, Wege-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsangelegenheiten geändert beschlossen   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Anlage 1-Karte_Gebietskulisse_EQK_Quartier_Dieksee  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachbericht

Auf die Historie und die Beschlussfassungen zur Erstellung eines integrierten Energetischen Quartierskonzeptes für das Quartier Malente Zentrum wird zunächst verwiesen (vgl. Bezugsvorlage und Berichte der Veraltung in PLA/TA).

Im letzten Bericht der Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Wege, Umwelt und Wirtschaftsangelegenheiten vom 28.08.2019 wurde erläutert, dass aufgrund der Fördermittelzusagen der KfW und der IB.SH mit der Erstellung des Energetischen Quartierskonzeptes (EQK) begonnen werden kann.

Der Auftrag wurde zwischenzeitlich an die DSK BIG Gruppe erteilt. Das Projektteam wird durch eine doppelte Projektleitung geführt. Für die DSK  GmbH übernimmt Dipl.-Ing. Volker Broekmans die Projektleitung, sein Stellvertreter ist Dipl.-Ing. Andreas Kiefer von der BIG Städtebau.

 

Am 15.08.2019 ist vor Projektstart eine interne Informationsveranstaltung mit der Selbstverwaltung/Verwaltung und dem Gutachter durchgeführt worden, um die kommunalen Zielsetzungen, die über die übergeordneten Vorgaben der klimaschutz- und energiepolitischen Richtlinien des Bundes und Landes hinausgehen, abzuklären.

Darüber hinaus hat Herr Broekmans inhaltlich über den weiteren Verfahrensablauf und die Themenfelder zur Erstellung des sektoralen Gutachtens informiert.

Der Projektstart ist Anfang September erfolgt, der voraussichtliche Projektabschluss wird Ende August 2020 sein.

 

Das EQK wird in einem partizipativen Prozess erarbeitet. Dazu gehören auch öffentliche Informationsveranstaltungen und Workshops. Das Konzept wird in den städtebaulichen Planungskontext gestellt, da die Kombination/Verknüpfung mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept bzw. vorbereitenden Untersuchungen (VU/IEK) möglich ist. Das EQK kann einen wertvollen Beitrag zur Ortsentwicklung bzw. städtebaulichen Entwicklung des Quartiers „Zentrum in der Gemeinde Malente“ leisten. Aus diesem Grund wurde der Gebietsumgriff für das EQK, analog dem des städtebaulichen Untersuchungsgebietes angepasst und gemäß Beschluss der Gemeindevertretung am 28.03.2019 festgelegt. Das Quartier umfasst ca. 39 ha und besteht überwiegend aus Wohngebäuden. Einzelne Objekte weisen eine gemischte Nutzung auf und besitzen im Erdgeschoss Flächen, die durch den Einzelhandel oder gewerbliche Nutzung beanspriucht werden. In dem Quartier befinden sich folgende (überwiegend kommunale) Objekte und Flächen:

  • das zentrale Rathaus (mit der geplanten Erweiterungsfläche Markant/Lenter Platz),
  • der historische und denkmalgeschützte Kurpark mit den prägenden Gebäuden, Haus des Gastes und Liegehalle,
  • die Schulstandorte (GS und Gemeinschaftsschule),
  • Potenzial- und Entwicklungsflächen für KiTaneubau und Schulerweiterung,
  • der Bahnhof mit Entwicklungsabsicht zur Mobilitätsdrehscheibe,
  • das ehem. Hotel Intermar.

 

Die Energetische Stadtsanierung bietet Möglichkeiten, bezahlbares und energieeffizientes Wohnen zu erhalten oder zu schaffen. Der integrierte Ansatz eines EQK liefert einen Beitrag zur Dekarbonisierung von Quartieren. Die Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudesektor und von integrierten energetischen Lösungen insbes. zur Wärmeversorgung auf der Ebene von Quartieren spielt eine zentrale Rolle. Das EQK soll die technischen, wirtschaftlichen und klimaschutzrelevanten Potenziale ermitteln, die Senkung des Energieverbrauchs, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes auf dem Gebiet des festgelegten Quartiersumgriff „Zentrum“ beitragen. Das Konzept soll den Entscheidungsträgern sowie beteiligten Akteuren dann als Grundlage für anstehende Planungen/Umsetzungen im Bereich der energetischen sowie städtebaulichen Planungen als Richtschnur für die Gemeindeentwicklung dienen.

Die 1. Phase zur Erstellung des EQK im Quartier Zentrum, mit Auftakt, Datenaufnahme und Ausgangsanalysen, ist somit angelaufen. Am 11. und 12.11.2019 ist ein Gutachterteam vor Ort um die kommunalen Liegenschaften in Augenschein zu nehmen und die Grundlagenerhebungen der Strom- und Wärmeberbräuche aufzulisten.

 

In der vorstehend benannten Informationsveranstaltung am 15.08.2019 wurde durch die anwesenden Teilnehmer*Innen festgestellt, dass es durchaus Sinn macht, das Quartier um den Bereich der Diekseepromenade, der Plöner- und Eutiner Straße zu erweitern, um vor allem die dort befindlichen gewerblich genutzten Einrichtungen (Hotels, Kliniken, Apartment-anlagen, LSV) einzubeziehen, um auch in diesem zweiten Quartier einen nachhaltigen Rückgang des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen zu erreichen.

 

Die Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsschritten in einem breiten Spektrum und Handlungsspiel ermöglicht einen hohen Beitrag zum nachhaltigen Rückgang des Energieverbrauchs und der CO2-Reduktion. Dieses könnte in der Folge zu einem Alleinstellungsmerkmal für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft (Klimaschutz als Anpassungsstrategie im Bereich Tourismus und Gesundheit) darstellen, speziell im Zusammenhang mit dem seit 1955 anerkannten Prädikat als „Kneippheilbad“ und der seit 1996 erfolgten Anerkennung des Zentralortes inkl. der Dorfschaften Krummsee und Timmdorf als Heilklimatischer Kurort, sowie dem Zusatz „Bad“ im Namen Malente-Gremsmühlen.

 

Die Wärmeversorgung der Gebäude in den beiden Quartieren erfolgt derzeit über dezentrale Feuerungsanlagen. Unter klimapolitischen Gesichtspunkten sind hier erhebliche Optimierungspotenziale vorhanden, insbesondere vor dem Hintergrund der möglichen Entwicklung eines Wärmenetzes. Dieses entspricht auch den Vorgaben der Bundesregierung im Klimaschutzpaket sowie im Gebäudeenergiegesetz (GEG) und entlastet die Nutzer/Verbraucher*Innen bei den Mehrkosten, die durch die Besteuerung der CO2-Emissionen ausgelöst werden. Es muss ein Spektrum an Maßnahmen und Handlungsschritten entwickelt werden, die für die einzelnen Handlungsbereiche geeignet sind im Zusammenspiel einen möglichst hohen Beitrag zum nachhaltigen Rückgang des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen zu leisten.   

In der PLA-Sitzung am 12.11.2019 wird der Projektleiter, Herr Broekmans anwesend sein und einen kurzen Sachstandsbericht zum EQK Zentrum geben.

 

Das Untersuchungsgebiet für das Quartier „Dieksee“ sollte den am Dieksee gelegenen Bereich, südlich der Bahnlinie umfassen (siehe beigefügte Karte). Hier zieht sich die Plöner Straße (L56) von Süden bis Norden durch das Gebiet. Im Westen wird das Gebiet durch den Dieksee begrenzt. Im Norden reicht das Gebiet bis zur Bahnlinie mit dem ehe. Hotel Intermar, welches vom Quartier mit eingeschlossen wird. Im Osten wird das Quartier durch das Bergengehölz begrenzt. Im Süden reicht das Gebiet bis zum Ferienhof Viert. Das Quartier beinhaltet damit eine Fläche von ca. 66 ha und besteht überwiegend aus Wohngebäuden mit mehreren prägenden Hotelanlagen. Zudem liegen in dem Quartier drei Kliniken und das Sport- und Bildungszentrum des LSV.

 

Für die Erstellung eines weiteren EQK für das Quartier Dieksee gibt es zwei Umsetzungsmöglichkeiten, die im Folgenden aufgezeigt werden.

 

Variante a)

Antragstellung bei der KfW und der IB.SH für die Erweiterung des Gebietsumgriff (gemäß Karte) und der erforderlichen Zusatzleistungen für die bestehende Fördermaßnahme des Quartiers „Zentrum“

Variante b)

Antragstellung für einen Zuschuss zur Erstellung eines weiteren integrierten Energetisches Quartierskonzept, für energetische Sanierungsmaßnahmen aus dem KfW Programm 432 für das Quartier „Dieksee“, Gebietsumgriff (gemäß Karte) bei der KfW und für einen ergänzenden Landesmittelzuschuss bei der IB.SH

 

Die Variante a) hätte den Vorteil, dass kein neuerliches Ausschreibungsverfahren für eine Gutachterbeauftragung erfolgen müsste. Diese Variante hätte den Nachteil, dass sich die Projektlaufzeit für das Quartier „Zentrum“  (bei Projektbeginn Quartier Dieksee im Jan./Feb. 2020) bis mindestens IV. Quartal 2020/I. Quartal 2021 verlängern würde.

 

Die Variante b) hätte den Vorteil, dass die abgekoppelte Konzepterstellung zeitversetzter läuft. Des Weiteren (gemäß Förderrichtlinie) die Möglichkeit besteht, neben der Förderung für die Konzepterstellung auch eine zweite Antragstellung zur Übernahme der Kosten für ein Sanierungsmanagement sowie für Qualifizierungsleistungen besteht (Fördermöglichkeit immer je Quartier).

 

Für beide Varianten läge die Höhe der Förderung bei 65% durch die KfW und 20% Ergänzungs-Förderung aus Landesmitteln durch die IB.SH.

Analog der Förderzuschüsse für das Quartier „Zentrum“ verbleibt nach überschlägiger Berechnung der Gesamtkosten, abzüglich der Fördermittel ein Eigenanteil von rund 25.000 € für die Erstellung des integrierten EQK für das Quartier „Dieksee“.

Haushaltsmittel i. H. v. 25.000 € stehen im Haushaltsplan 2019, Produktsachkonto „Geleistete Zuwendungen der Gemeinde“ (Teilfinanzplan 5.1.1.20 – 1991100) bereit. 

 

Der anwesende Gutachter Herr Broekmans wird die Selbstverwaltung bei der Entscheidung der Variantenwahl am 12.11.2019 beratend begleiten.

 

Im Beschlussvorschlag werden beide Varianten aufgeführt. Die Entscheidung, über welche Variante abgestimmt werden soll, ergibt sich aus der Diskussion.

 

 

 

 

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Lösung/Finanzielle Auswirkungen

 

1. Teilergebnisplan

 

zukünftig jährlich

lfd. Jahr

Folgejahr 1

Folgejahr 2

 

 

 

 

 

2. Teilinvestitionsplan

 

zukünftig jährlich

lfd. Jahr

Folgejahr 1

Folgejahr 2

 

25.000 €

 

 

 

 

3. Rücklagen

 

(ggf. Ergänzung durch Fiwi )

 

Es handelt sich um eine

freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe (§2 I GO)

X

pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe (§2 II GO)

 

Aufgabe zur Erfüllung nach Weisung (§ 3 GO)

 

      

 Gemeindeentwicklung

 

Dieses Projekt entspricht den Leitzielen und Vorgaben des Gemeindeentwicklungskonzeptes

Unser Malente 2030.

 

X

 

Ja

 

 

 

 

 

 

 

Nein

Begründung:

 

 

 

 

 

 

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Variante a)

Die Verwaltung wird beauftragt, einen ergänzenden Fördermittelantrag für die Erstellung eines integrierten Quartierskonzeptes für energetische Sanierungsmaßnahmen aus dem KfW Programm Nr. 432 für den erweiterten Gebietsumgriff „Dieksee“ auf Grundlage des Zuwendungsbescheides (Nr. 14653375) im Zusammenhang mit der Fördermaßnahme zum Quartier „Zentrum“ - 23710 MALENTE (Innenstadt) -  bei der KfW und der IB.SH zu stellen. Der erweiterte Gebietsumgriff wird gemäß beigefügter Karte (Anlage 1) festgelegt.

Haushaltsmittel i. H. v. 25.000 € werden aus dem Haushaltsplan 2019, Produktsachkonto „Geleistete Zuwendungen der Gemeinde“ (Teilfinanzplan 5.1.1.20 – 1991100) bereitgestellt.

 

Variante b)

Die Verwaltung wird beauftragt für die Erstellung eines integrierten Quartierskonzeptes für energetische Sanierungsmaßnahmen aus dem KfW Programm Nr. 432 einen Zuschuss-antrag für das Quartier „Dieksee“ bei der KfW und der IB.SH zu stellen. Der Gebietsumgriff für das Quartier wird gemäß beigefügter Karte (Anlage 1) festgelegt.

Haushaltsmittel i. H. v. 25.000 € werden aus dem Haushaltsplan 2019, Produktsachkonto „Geleistete Zuwendungen der Gemeinde“ (Teilfinanzplan 5.1.1.20 – 1991100) bereitgestellt

 

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- Anlagen -

1-Karte_Gebietskulisse_EQK_Quartier_Dieksee

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1-Karte_Gebietskulisse_EQK_Quartier_Dieksee (220 KB)      
Stammbaum:
VO/20/2019/0120   Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
VO/20/2019/0120-01   Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
VO/20/2019/0120-02   Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432 Untersuchungsgebiet Malente Zentrum und Malente Dieksee   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
20/2019/0120-02-01   Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432 Untersuchungsgebiet Malente Zentrum und Malente Dieksee   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
2019/0120-02-01-01   Integriertes Quartierskonzept Dieksee für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432 Förderantrag Sanierungsmanagement   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
2019/0120-02-01-02   Integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen, KFW Programm 432 Untersuchungsgebiet Malente Dieksee - Beschlussfassung   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
2019/0120-02-01-04   Integrierte energetische Quartierskonzepte der Klimaquartiere Zentrum und Dieksee Grundsatzbeschluss: Aufbau leitungsgebundene, kommunale Wärmeversorgung   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
9/0120-02-01-04-01   Integrierte energetische Quartierskonzepte für das gesamte Gemeindegebiet - Grundsatzbeschluss hier: mittelfristiger Aufbau einer Alternative zum Gasnetz, um fossile Energieträger abzulösen und den CO2-Minderungszielen der Gemeinde Malente Rechnung zu tragen.   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
VO/20/2019/0120-03   Integriertes energetisches Quartierskonzept, KfW-Fördermaßnahme Stadtquartier 23714 Malente (Innenstadt) - Beschlussfassung   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich
20/2019/0120-03-01   Integriertes energetisches Quartierskonzept, KfW-Fördermaßnahme Stadtquartier 23714 Malente (Innenstadt) - Umsetzungsmanagement - Sanierungsmanagement   Stabsstelle Gemeindeentwicklung   Beschlussvorlage öffentlich